Der Begriff Tragling ist keine Erfindung der sog. Trageszene, sondern in der Tat ein wissenschaftlich anerkannter Begriff!
Dr. Bernhard Hassenstein (Biologe) beschäftigte sich seinerseits u.a. mit dem Thema der Verhaltensbiologie des Kindes und war dafür verantwortlich, dass der Begriff “Tragling” in den 1970er Jahren offiziell in die wissenschaftliche Bezeichnung der Jungentypen ergänzt wurde, da man Menschen, Affen, etc. weder der Kategorie “Nesthocker” noch der der “Nestflüchter” zuordnen konnte.
Eigenschaften der Nesthocker (Hunde, Katzen, Vögel, etc.):
- Augen/Ohren verschlossen
- meist unbehaart
- kaum fähig zur eigenen Temperaturregelung
- schreien/weinen wenn sie aus dem Nest gefallen sind
Eigenschaften der Nestflüchter (Pferde, Kühe, Hirsche, Giraffen, etc.):
- lange, gerade Beine mit denen sie sofort aufstehen können um der Mutter zu folgen
- sie werden quasi “fix und fertig” geboren
- schreien/weinen wenn der Blickkontakt zur Mutter verloren geht
Eigenschaften der Traglinge (Menschen, Affen, Koalas, etc.):
- zieht die Beine beim Hochheben in gespreizter Haltung an (Anhock-Spreiz-Reaktion)
- Greifreflex und Mororreflex
- einander zugewandte Fußsohlen und O-Beine um sich an der Kontaktperson festzuklammern
- schreien/weinen sobald der Körperkontakt abreist (Kontaktweinen)
Daraus ergibt sich, dass sowohl das Tragen als auch das “Familienbett” eine absolut existenzielle Wichtigkeit für ein Baby darstellt!
2 Drittel der Weltbevölkerung tragen ihre Kinder heute noch!
Nur wir hier in der westlichen Welt haben uns aus Gründen der Mode dazu verleiten lassen dieses für Babys auserordentlich wichtige Verhalten abzugewöhnen…
Was die Vorteile des Tragens angeht, werde ich Euch im nächsten Artikel genauer erläutern.
Bis dahin eine gute Zeit!
Eure
Kerstin Hipp, Trageberaterin
PS: Gute Bücher zum Thema Tragen findet Ihr natürlich hier! (-;
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